‘Do-not-call’-Listen machen Telemarketing den Garaus

Mit einer Geldstrafe von bis zu 11.000 Dollar pro Anruf müssen Telemarketing-Firmen rechnen, wenn sie Personen kontaktieren, die ihre Telefonnummer in eine neue ‘Do-not-call’-Liste eingetragen haben. Das besagt ein Gesetz in den USA, das vergangene Woche in Kraft getreten ist. Schon müssen die Werbefirmen darüber nachdenken, welche Alternativen sie für ihre Werbeverteilung haben.

Die effektivste Alternative wird wohl die Werbe-Mail sein, die derzeit keinen guten Stand hat, da Anti-Spam-Allianzen weltweit ins Leben gerufen werden. Dennoch sehen viele Telemarketing-Unternehmen keine andere Möglichkeit, ihre Produkte publik zu machen. TV-Spots oder die klassische Wurfsendung wären da noch zu erwähnen, aber in kein Modell wird so viel investiert werden wie bei der Telefonwerbung. Im vergangenen Jahr gab die Branche mehr als 80 Milliarden Dollar aus. Hochgerechnet erwartete die ‘Direct Marketing Association’ für 2006 sogar rund 105 Milliarden Dollar, berichtet das Wall Street Journal.

Vor allem Versicherungen, Telekommunikations- und Finanzdienstleister werden an dem Gesetz zu knabbern haben. Experten erwarten, dass außerdem von den etwa 6,5 Millionen Mitarbeitern in Call-Centern und Marketing-Firmen rund 2 Millionen ihren Job verlieren werden. 12,5 Millionen Werbeverweigerer hatten sich bis Anfang dieser Woche in die US-bundesweite Liste eingetragen und weitere 14 Millionen wurden automatisch aus den Listen anderer Staaten importiert. Inzwischen dürfte es über 60 Millionen Einträge allein in den USA geben, vermuten Branchenkenner.

Vollständig wird der Werbezweig aber nicht aussterben. Anrufe für Umfragen und nicht kommerzielle Anrufe sind ebenso weiterhin erlaubt wie Werbung bei bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen.

Silicon-Redaktion

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