Die deutschen Apotheker treten die Flucht nach vorne an: Wegen der wachsenden Konkurrenz durch Versand-Apotheken wie DocMorris und die Freigabe des Online-Medikamentenversands zum Jahreswechsel hat der deutsche Apothekerverband ABDA jetzt sein Portal aponet.de ausgebaut.
Darüber soll jede in der Bundesrepublik zugelassene Arznei online geordert werden können. Während aponet.de bisher nur für Vorbestellungen genutzt wurde, soll jetzt auch ein Lieferdienst der örtlichen Apotheke inbegriffen sein. Über die Kosten dafür schweigen sich die Apotheker allerdings auch in ihren Geschäftsbedingungen aus.
Die deutschen Apotheker seien damit “schneller und sicherer als der anonyme Versandhandel von weit her, auch aus dem Ausland”, meint ABDA-Präsident Hans-Günter Friese. Wegen dieser Bedenken ist der Versandhandel von Arzneien in Deutschland bisher untersagt. Bundesregierung und Union haben sich im Zuge ihres Kompromisses aber darauf verständigt, den Versandhandel zu ermöglichen, um Kosten zu senken und für mehr Wettbewerb zu sorgen.
Der Apothekerverband klagt derweil vor dem Europäischen Gerichtshof gegen DocMorris und den Versandhandel von Medikamenten aus dem Ausland. Eine Entscheidung soll hier noch vor Monatsende fallen.
An aponet.de und dem System zur Vorbestellung waren bisher nur 9000 der 21.500 Apotheken in der Bundesrepublik beteiligt. Der Verband rechnet nach Angaben von Friese nun damit, dass sich weitere Apotheker anschließen, um Online-Bestellungen entgegennehmen und Lieferservice bieten zu können.
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