Microsoft versucht sich mit “Social Computing”

“Ein gutes Modell ist die handgeschriebene Liste neben dem Computer”, erklärte Lili Cheng von Microsoft. Sie ist Managerin der Social Computing-Gruppe. Hier sollen neue Konzepte für verbesserte Kommunikation am Rechner erarbeitet werden. Ein Ergebnis des Projektes ist ein Ansatz, den Cheng ‘Inner Circle’ nennt. Der soll Anwendern helfen, sich in der tagtäglichen E-Mail-Flut zurechtzufinden und vor allem sollte auch der Computer die echten von den falschen Freunden unterscheiden lernen, damit die Menschen das Gefühl haben, ihren Computer gut organisiert zu haben. Ein Thema, das Microsoft auch schon für ‘Longhorn’, das Nachfolge-Betriebssystem von XP als sehr wichtig einschätzt.
So ist Kommunikation mit anderen heute einer der Hauptmotivationen für die Computernutzung. Dabei sind diejenigen Mails, die sich am Häufigsten im Posteingang finden, nicht immer die, die auch tatsächlich am wichtigsten sind. Mit Inner Circle soll sich eine Liste mit Kontakten erstellen lassen, die sich ständig selbst aktualisiert. In den Kreis der Erwählten rückt der auf, dem der Nutzer des Postfachs am häufigsten antwortet. So könnten sich beispielsweise auch unerwünschte Werbemails herausfiltern lassen.

Ein Problem bei Inner Circle seien starre Gewohnheiten der Nutzer, die sich nicht so schnell ändern ließen. So würden trotz automatischer Filterfunktionen die meisten User ihre Mails immer noch per Hand in die einzelnen Ordner verteilen.

Anders als in der neuen Office-Version, die schon mit Features für Ad-hoc-Gruppen und mit anderen Managementfunktionen aufwarten wird, soll das E-Mail-Konzept erst in fünf bis sechs Jahren Einzug in Produkte halten. Cheng konnte ihre Arbeit bei dem alljährlichen Techfest von Microsoft vorstellen. Hier können einzelne Forscherteams ihre Projekte präsentieren. Die Konferenz hat der Softwaregigant ins Leben gerufen, weil die meisten Teams gar nicht wussten, was die Kollegen gerade entwickeln. So wurden einst der Tablet-PC und die Smart Watch auf der Zusammenkunft vorgestellt.

Dabei wurden in diesem Jahr auch noch andere technische Spielereien vorgestellt. Etwa ein Kamera, die dem Nutzer buchstäblich über die Schulter schaut, und auf plötzliche Bewegungsänderungen, Veränderungen der Herzfrequenz und der Hauttemperatur reagiert. Die Kamera kann so bis zu 2000 Bilder am Tag machen, über die Auswertung, die auch noch mit einer Gesichtserkennung kombiniert werden könne, machte Microsoft noch keine Angaben.

Silicon-Redaktion

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