Java kommt unter die GPL

In den zurückliegenden Tagen häuften sich Medienberichte über Gerüchte, dass Sun Java offen legen wolle. Nun kommt die offizielle Bestätigung von Sun. Der Hersteller hat die GPLv2 (General Public License Version 2) gewählt.

Neben ersten Quellcode-Komponenten aus der Implementierung der Java Platform Standard Edition (Java SE) von Sun steht die build-fähige Implementierung der Java Platform Micro Edition (Java ME) nun unter der verbreiteten Open Source Lizenz zur Verfügung. Die Java Platform Enterprise Edition (Java EE), die bislang unter der Common Development Distribution License (CDDL) verfügbar war, soll ebenfalls auch unter die GPL gestellt werden.

“Die Library haben wir noch nicht unter die GPL gestellt”, erklärte Tim Bray, Director Web Technologies bei Sun im Gespräch mit silicon.de. Das werde Anfang 2007 jedoch nachgeholt. Zudem, so Bray, könnten nicht alle Komponenten aus der Java-Bibliothek offen gelegt werden, weil Sun nicht für alle die Rechte besitze.

Parallel dazu wird es weiterhin eine kommerzielle Variante von Java geben. “Entwickler können nun den freien Code verwenden und ihn nach ihren Vorstellungen verändern”, so Bray. “Die einzige Einschränkung dabei ist, dass man es nicht ‘Java’ nennen darf.” Möglich seien gegebenenfalls Zusätze wie ‘Based on Java’ oder ‘Powered by Java’, aber hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, erklärt Bray.

Sun, so Bray, habe sich auch bewusst für die verbreitete GPL entschieden und nicht für die Sun-eigene CDDL, weil das Unternehmen so auf mehr Akzeptanz in der Entwicklerszene und damit auf eine größere Marktdurchdringung hofft.

“Durch die Offenlegung unserer Java Implementierung werden wir eine neue Phase der Zusammenarbeit und Innovationskraft von Entwicklern anregen. Der integrierten Entwicklungsumgebung NetBeans kommt hierbei eine zentrale Rolle zu”, glaubt Rich Green, Executive Vice President Software, bei Sun.

“Wir erwarten, dass sich Java zur Basis-Infrastrukturplattform für Internet-, Desktop-, mobile und Enterprise-Anwendungen der nächsten Generation entwickeln wird. Wir werden ferner sehr eng mit den Distributoren des GNU/Linux Betriebssystems zusammenarbeiten, um die Voraussetzungen zu schaffen, das Java Developer Kit in Kürze als integralen Bestandteil von GNU/Linux Betriebssystemumgebungen ausliefern zu können.”

Silicon-Redaktion

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