Keiner möchte es direkt zugeben – schon gar nicht in der Öffentlichkeit, aber für viele Top-Manager ist die IT längst ein Buch mit sieben Siegeln geworden. Der hauptsächliche Berührungspunkt ist ein schmerzlicher, die jährliche Budgetierung. “Nach Gefühl und Wellenschlag vergebe ich den IT-Etat”, gesteht ein CEO eines großen deutschen Mittelständlers.
“Wenn wir ein gutes Geschäftsergebnis erzielen, hebe ich das Budget an, in schwierigeren Zeiten senke ich es ab. Was die dann tatsächlich brauchen und umsetzen, verstehe ich nur ansatzweise.” Diese Haltung nach dem Motto, die ITler werden es schon richten, hat fatale Folgen für die Unternehmensstrategie und -entwicklung. Denn keine Abteilung greift so umfassend in alle Prozesse ein und steuert damit jedes Unternehmen, ob in der Produktion oder im Dienstleistungsbereich.
Im Babylon der IT-Sprachen gefangen
Viele Manager, die sich für die Belange der IT-Abteilung interessieren, Einzelheiten abfragen und geplante Projekte oder die Details des operativen Betriebs verstehen möchten, scheitern. Sie erhalten oftmals nur Informationen, die man als Nicht-Informatiker kaum verstehen kann und – fast schlimmer – sie bekommen unterschiedliche Antworten von verschiedenen IT-Experten. Sprechen sie mit den Architekten, also den Planern der IT-Infrastrukturen, hören sie andere Fachtermini als im Diskurs mit den Leitern des operativen Betriebs, Security-Experten oder den Anwendungsentwicklern.
So kommt es, dass die IT oft nur bestimmten Insiderkreisen verständlich ist und nicht mehr übergreifend und strategisch geplant werden kann. Eine Vorgehensweise mit fatalen Folgen: Unternehmen, die es nicht schaffen, ihre IT genauso wie andere Unternehmensbereiche zu verwalten, können nicht gewährleisten, dass IT-Lösungen wirklich den Geschäftszielen entsprechen.
Und: Sie rennen in eine Kostenspirale. Es werden ständig neue IT-Projekte gestartet, die irgendwann abgeschlossen sind und in den operativen Betrieb überführt werden müssen. Aber wer prüft dann, ob die neuen IT-Szenarien und -Lösungen nicht alte Anwendungen ersetzen? Woran kann man erkennen, dass Software-Applikationen nicht mehr genutzt werden und abgeschaltet werden können. Wie sieht man, welche Anwender mit welchen Lösungen arbeiten und für welchen Prozess, beispielsweise von der Anfrage bis zur Produktauslieferung, welche IT-Lösungen benötigt werden?
Ohne diese Transparenz kommt es zwangsläufig dazu, dass die operativen Kosten (Opex) und damit die IT-Gesamtkosten jährlich ansteigen. Außerdem können IT-Neuerungen nicht konsequent und unternehmensweit greifen, da es kein durchgehendes Monitoring über die tatsächliche Nutzung gibt.
Die IT zurück ins Unternehmensboot holen
Augen zu und durch hilft den C-Level-Entscheidern nicht aus dem IT-Informationsloch. Und auch die Kostenfalle können CFOs nicht einfach aussitzen. Ein moderner Ansatz verspricht Abhilfe – eine Software, mit der man die IT planen kann. Mit IT-Planungssoftware kann man die Planungsprozesse der IT genau so managen, wie bisher durch ERP die Abläufe in der Produktion oder Verwaltung.
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Application Portfolio Management (APM) verspricht Transparenz, mehr IT-Leistung und Effizienz – theoretisch.
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Die IT sollte Teil jeder Unternehmensstrategie sein
Die von Herrn Schiewer geforderte professionelle Übersicht über die Unternehmens-IT kann ich nur unterschreiben. Selbst in mittelständischen Unternehmen entstehen sonst an den unterschiedlichsten Stellen inkompatible Insellösungen, die nicht einmal der CIO kennt. Geschäftsführer und Vorstände sollten auch im Rahmen einer corporate governance sich der Risiken bewußt werden, die sie eingehen, wenn Sie die IT als black-box betrachten.
Die Unternehmer die dies nicht glauben, sollten einmal ihre Revision damit beauftragen die Rechner ihrer Mitarbeiter auf nicht unternehmenskonforme Anwendungen hin zu untersuchen. Die Revision wird hierbei auch viele gute Ansätze zur Ergebnissteigerung finden.