Reizklima: Nordseeluft kühlt Rechenzentrum

Den Sommer im Nordosten Englands erkennt man, so Spötter, daran, dass die Bewohner der Region ihre Wintermäntel offen tragen. Das klingt nicht unbedingt nach einem Landstrich, der vom Klima begünstigt ist. Und doch ist es gerade dieses britische Wetter – arm an Tiefen aber auch arm an Höhen -, das den Standortvorteil für das wohl effizienteste Rechenzentrum der Welt ausmacht.

Das Klima in Durham eignet sich nämlich perfekt um damit die vier Serverräume mit jeweils 1000 Quadratmeter Grundfläche konstant auf 24 Grad zu halten. Zwar gibt es auch in Wynyard Klimaanlagen, doch die müssen nur sehr selten die frische Meeresluft zusätzlich kühlen. Bauleiter Maurice Julian von den HP Data Centre Services geht davon aus, dass die Klimageräte etwa 20 Stunden im Jahr tatsächlich kühlen müssen. An rund 200 Tagen im Jahr sind sie dennoch in Betrieb, allerdings nur, um der Luft Feuchtigkeit zu entziehen.

Der Stromverbrauch für die Klimatisierung fällt dadurch also sehr gering aus. Rund 80 Prozent der verbrauchten Energie werden alleine für Rechenleistung benötigt. Normal sind etwa 66 Prozent. Ganz ohne Strom geht es natürlich dennoch nicht. Denn große Ventilatoren müssen die Luft schließlich durch das Rechenzentrum wälzen.

Für die Computer-gestützte Standortwahl hat HP sich die Wetterdaten der vergangenen 100 Jahre angesehen und die halbstündlichen Wetteraufzeichnungen des zurückliegenden Jahrzehnts.

Außerdem sammelt HP am Standort das Regenwasser, um es für das Rechenzentrum zu nutzen. Auch ist das Dach mit einer Farbe gestrichen, die das Sonnenlicht möglichst gut reflektiert und so zusätzliche Erwärmung verhindert. Trotz all dieser Maßnahmen liegen die Baukosten laut HP nicht höher als für ein herkömmliches Rechenzentrum.

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Silicon-Redaktion

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  • Wärmedämmung des Dachs
    Mich würde der Aufbau der Wärmedämmung dieses großflächiges Daches interessieren. Gibt es dazu Aussagen?

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