Nachdem vergangene Woche bereits bekannt wurde, dass Geschäftssparten verkauft und der NSN-Standort Bruchsal geschlossen werden soll, hat das Management offenbar Pläne für weitere Standortschließungen, wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf NSN-interne Mails berichtet. Laut Bericht soll vor allem der Nokia-Siemens-Networks-Standort Berlin gefährdet sein. Hier sind rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt.
Darüber hinaus will der defizitäre Telekommunikationsausrüster offenbar auch große Teile der internen IT outsourcen. 150 der 200 Beschäftigten dieses Bereiches sollen an einen externen Dienstleister ausgelagert werden. Derzeit gilt der Dienstleister Atos als einer der aussichtsreichsten Kandidaten.
Vergangene Woche teilte das Unternehmen mit, die Sparte für optische Netzwerke an den Finanzinvestor Marlin Equity Partners zu veräußern. Die Nokia-Siemens-Networks-Sparte für Kundendienst Business Support Systems (BSS) wird der kanadische Dienstleister Redknee übernehmen. Von den rund 1000 Jobs in Berlin entfallen etwa 800 auf die Sparten optische Netzwerke und BSS. Damit würden lediglich 200 Beschäftigte am Standort verbleiben. Und damit drohe dem Standort die Schließung, wie es aus Betriebsratskreisen heißt.
Zudem will die Leitung von NSN offenbar weitere Geschäftsbereiche abstoßen, wie aus einer Mail der beiden Geschäftsführer, Hermann Rodler und Olaf Horsthemke und dem NSN-Vorstand Samih Elhage hervor. Die NSN-Leitung setzt derzeit den angekündigten radikalen Sparkurs des Unternehmens um. Das betreffe, wie es in einem aktuellen internen Schreiben heißt, auch die Fertigung.
Daher würde derzeit verstärkt die Produktion auf wirtschaftlichkeit geprüft. In dem Schreiben, aus dem die Wirtschaftswoche zitiert, heißt es dazu: “Dabei werden beispielsweise Möglichkeiten zur stärkeren Kooperation mit Drittanbietern in Betracht gezogen.“
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