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Airbnb-Konkurrenten Wimdu und 9flats suchen ihr Heil in Zusammenschluss

Wimdu und 9flats, die beiden größten Airbnb-Konkurrenten mit deutschen Wurzeln, haben sich zusammengeschlossen. Wie 9flats-Geschäftsführer Roman Bach, der das fusionierte Unternehmen leiten wird, gegenüber Wiwo Gründer erklärte, bilde man „gemeinsam eines der stärksten Unternehmen für die Vermittlung von Unterkünften im Internet.“

Dem Bericht zufolge sollen beide Marken erhalten bleiben. Die Bestrebungen von Wimdu in den vergangenen Monaten, endlich die Gewinnzone zu erreichen, sollen fortgeführt werden. Was darunter genau zu verstehen ist, bleibt jedoch offen. Die im August erfolgte Maßnahme, sich von rund einem Viertel der Belegschaft zu trennen, war wohl schon ein Schritt hin zu einer schlankeren Struktur und eine wichtige Vorbereitung für die Fusion. Ob weitere Kündigungen folgen, ist unklar.

9flats fusioniert mit Wimdu (Grafik: silicon.de)

Sitz des neuen Unternehmens wird Singapur sein, wo sich das einst in Hamburg gegründete 9flats ohnehin schon angesiedelt hatte. Der Schritt war auch eine Reaktion auf die rechtlichen Probleme in Deutschland mit der Untervermietung von Wohnraum, wenn dies nicht nur gelegentlich, sondern dauerhaft geschieht (sogenanntes “Zweckentfremdungsverbot”).

Wimdu wurde 2011 von Rocket Internet als einer der typischen Start-up-Klone des Internetunternehmens ins Leben gerufen. Auf das mit insgesamt rund 90 Millionen Dollar finanzierte Start-up schrieb Rocket Internet laut Bilanz 2015 fast neun Millionen Euro ab.

9flats wurde 2010 von Stephan Uhrenbacher in Hamburg gegründet. Uhrenbacher war zuvor beim britischen Reiseportal lastminute.com und der niederländischen Versandapotheke DocMorris. Auch am Aufbau des europäischen Bewertungsportal Qype, das sich 2012 mit dem US-Gegenstück Yelp zusammenschloss, war er beteiligt.

In den vergangenen Wochen gab es bei 9flats offenbar vermehrt Schwierigkeiten mit den Zahlungsabwicklungen. Spekulationen darüber, dass die auf mangelnde Zahlungsfähigkeit des Portalbetreibers zurückzuführen seien, wies Geschäftsführer Bach gegenüber Wiwo Gründer zurück: Schuld seien organisatorische und technische Probleme aufgrund des Umzugs nach Singapur: “Wir haben das schlecht gemanaged, das ist mein Fehler und dafür kann ich mich nur entschuldigen”, so Bach gegenüber dem Portal.

Redaktion

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