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Apple speichert Anrufverlauf von iPhone-Nutzern

Apple speichert offenbar Anrufprotokolle von iPhone-Nutzern monatelang auf seinen Servern. Darauf hat der Sicherheitsanbieter Elcomsoft hingeweisen. Er sieht darin ein Datenschutzproblem. Die Funktion lässt sich nicht gesondert abschalten. Sie kann nur zusammen mit iCloud Drive deaktiviert werden. Dann stehen aber auch erwünschte Funktionen nicht mehr zur Verfügung.

Laut Elcomsoft greift der Speichermechansimus bei Geräten mit iOS 9.x und 10.x. Für sie hält dann Apple alle Informationen über eingehende und ausgehende Anrufe sowie verpasste oder abgelehnte Anrufe fest, darunter etwa auch den Zeitpunkt und die Dauer des Telefonats. Gegenüber The Intercept erklärte Elcomsoft, die Daten würden zudem für vier Monate gespeichert – länger als beispielsweise von vielen Mobilfunkanbietern.

Elcomsoft (Grafik: Elcomsoft)

Zudem protokolliert iCloud Drive laut Elcomsoft auch Details zur Kommunikation per FaceTime. Bei Geräten mit iOS 10 werden zudem Daten von VoIP-Anwendungen aufgezeichnet, die Apple CallKit verwenden. Das sind zum Beispiel Skype, WhatsApp und Viber.

Da Apple die Schlüssel für die Entsperrung von iCloud-Konten besitze kann es per Gerichtsbeschluss gezwungen werden, deren Daten herauszugeben. Damit können also auch US-Behörden Zugriff auf die Anrufprotokolle bekommen. Tools für die Extrahierung und Analyse der Daten gibt es – zum Beispiel von Elcomsoft.

“Während Apple daran arbeitet, die Sicherheit seiner Geräte zu verbessern, werden immer mehr Daten in die Cloud verlegt, wo Strafverfolgungsbehörden leichter Zugriff darauf haben”, sagte Elcomsoft-CEO Vladimir Katalov. Ein Apple-Sprecher begründete, die Synchronisierung der Anrufprotokolle mit iCloud damit, dass sie beispielsweise erforderlich sei, um verpasste Anrufe auf anderen iOS-Geräten beantworten zu können. “Gerätedaten werden mit dem Nutzerpasswort verschlüssselt und der Zugriff auf iCloud-Daten erfordert die Apple ID und das Passwort des Nutzers”, zitiert AppleInsider aus der Stellungnahme. Apple empfehle Nutzern zudem die Verwendung starker Passwörter und der Zwei-Faktor-Authentifizierung.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Redaktion

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