Mac-Trojaner seit zwei Jahren unentdeckt

Der Sicherheitsexperte Patrick Wardle, Chief Research Officer bei Digita Security, warnt in einem Blogeintrag vor einem Mac-Trojaner namens Coldroot, der offenbar schon seit längerem sein Unwesen treibt. Die Schadsoftware kann unbemerkt und aus der Ferne einen anfälligen Apple-Computer kontrollieren und Passwörter aus dem Schlüsselbund stehlen. Obwohl der Code von Coldroot frei verfügbar ist, entging er mindestens zwei Jahre lang der Aufmerksamkeit von Anbietern von Antivirensoftware.

Malware Spionage (Bild: Shutterstock)

Nach seiner Analyse stuft Wardle den Trojaner als “nicht besonders ausgefeilt” ein. Er sei jedoch mit allen Funktionen ausgestattet. Die Malware stehle nicht nur Passwörter, sie lösche Dateien und benenne sie um, lade Dokumente herunter und übertrage die Desktop-Ansicht in Echtzeit an ihre Hintermänner. Coldroot sei zudem in der Lage, das System herunterzufahren.

Die Schadsoftware tarnt sich als Dokument. Wird es geöffnet, präsentiert es dem Nutzer eine Passwortabfrage. Gibt das Opfer sein Kennwort ein, wird im Hintergrund die Malware installiert, die anschließend Kontakt zu einem Befehlsserver aufnimmt und auf weitere Instruktionen wartet.

Darüber hinaus ist Coldroot in der Lage, die Datenschutzeinstellungen von macOS zu verändern, was eine Interaktion mit Systemkomponenten erlaubt. Als Folge erhält Coldroot bei jedem Neustart einen vollständigen Zugriff auf das System.

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Seit macOS Sierra sind Nutzer vor den Auswirkungen derartiger Trojaner besser geschützt. Mit der OS-Version 10.12 führte Apple einen Integritätsschutz für die Datenschutz-Datenbank ein, der verhindert, dass schädliche Software trotz Kenntnis des Nutzerpassworts automatisch Zugriff auf die Datenbank erhält.

Zum Zeitpunkt seiner Analyse habe kein Sicherheitsanbieter über Virustotal den Trojaner Coldroot erkannt, so Wardle weiter. Er habe die Unternehmen inzwischen aber informiert. “Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Hacker weiterhin macOS ins Visier nehmen”, sagte Wardle.

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[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

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Redaktion

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