Investor Sequoia Capital meldet Einbruch in seine Systeme

Die US-Venture-Capital-Firma Sequoia Capital hat einen Einbruch in seine Systeme eingeräumt. Wie Bleeping Computer berichtet, sollen Hacker versucht haben, geschäftliche E-Mail-Konten des Unternehmens zu knacken – was wohl bei einem Mitarbeiter gelang.

“Am oder um den 20. Januar 2021 erfuhren wir, dass sich ein unbefugter Dritter Fernzugriff auf das geschäftliche E-Mail-Postfach eines Sequoia-Mitarbeiters verschafft hatte, mit dem offensichtlichen Ziel, einen Betrug durchzuführen”, heißt es in einer Warnung, die Sequoia an Betroffene verschickt.

Das Unternehmen betonte dem Bericht zufolge, dass die Angreifer keinen Zugriff auf andere Ressourcen oder das Netzwerk von Sequoia Capital hatten. “Unsere Untersuchung erbrachte keine Hinweise auf eine Kompromittierung außerhalb dieser einen Mailbox.”

Allerdings enthielt das Postfach offenbar persönliche Daten einer nicht näher genannten Zahl von Personen. “Der unbefugte Zugriff hat es Dritten möglicherweise erlaubt, Dateien zu kopieren inklusive persönlicher Informationen”, so das Unternehmen weiter.

Als Reaktion auf den Angriff wurden externe Sicherheitsberate mit der Untersuchung des Vorfalls beauftragt. Bisher würden die entwendeten Daten nicht von Cyberkriminellen zum Verkauf angeboten. Außerdem sei eine Konfiguration, die den Zugriff ermöglicht habe, korrigiert worden. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen sollen zukünftig zudem ungewöhnliche Nutzeraktivitäten und schädliche E-Mail-Inhalte erkennen.

Axios berichtet zudem, dass Sequoia bereits am Wochenende Investoren über eine mögliche Kompromittierung ihrer Daten informierte. “Wir bedauern, dass es zu diesem Vorfall gekommen ist und haben die betroffenen Personen benachrichtigt”, sagte demnach ein Sprecher von Sequoia Capital. “Wir haben beträchtliche Investitionen in die Sicherheit getätigt und werden dies auch weiterhin tun, während wir daran arbeiten, den sich ständig weiterentwickelnden Cyber-Bedrohungen zu begegnen.”

Sequoia Capital wurde 1972 gegründet und gilt als wichtiger Kapitalgeber für IT-Start-ups. Unter anderem finanzierte das Unternehmen, Atari, FireEye, Yahoo, PayPal, Youtube, Apple, WhatsApp, Instagram und Google. Der Marktwert der finanzierten Unternehmen soll heute bei mehr als 3,3 Billionen Dollar liegen.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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