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Bericht: Microsoft verhandelt Übernahme von Discord für 10 Milliarden Dollar

Microsoft steht möglicherweise kurz vor der Übernahme der Messaging-Plattform Discord. Wie das Wall Street Journal berichtet, führen beide Unternehmen exklusive Verhandlungen, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Der Kaufpreis soll im Bereich von 10 Milliarden Dollar liegen.

Den nicht näher genannten Quellen der Zeitung zufolge könnten die Gespräche bereits im kommenden Monat abgeschlossen und eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet werden. Ein Scheitern der Transaktion sei derzeit aber auch noch möglich.

Das 2015 gegründete Discord bietet Text-, Sprach- und Videochatdienste an, die ursprünglich vor allem auf Computerspieler ausgerichtet wurde und eine Kommunikation mit geringen Latenzen ermöglichen sollte. Dem Bericht zufolge gewann die Plattform während der Corona-Pandemie zahlreiche neue Nutzer, die von zu Hause aus mit anderen Nutzern online in Kontakt treten wollen. Aufgrund des Wachstums soll Discord zuletzt sogar über einen Börsengang nachgedacht haben.

Microsoft hatte indes bereits im vergangenen Jahr vergeblich versucht, sein Portfolio im Consumer-Segment zu verstärken. Im Sommer 2020 verhandelte das Unternehmen über einen Einstieg bei der Video-Sharing-App TikTok, ausgelöst durch den vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump angezettelten Handelsstreit mit China. Später zog sich Microsoft aus den Gesprächen zurück.

Die Übernahme könnte Microsoft helfen, seine eigene Spieleplattform Xbox und seine Position im Bereich Social Media zu stärken. Sollte eine Einigung erzielt werden, wäre es die zweitgrößte Akquisition in der Geschichte des Softwarekonzerns. 2016 ließ sich Microsoft die v 26,2 Milliarden Dollar kosten. Für GitHub gab Microsoft 2018 7,5 Milliarden Dollar aus.

Laut Wall Street Journal schloss Discord im Dezember 2020 eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 7 Milliarden Dollar ab. Im vergangenen Jahr habe das Start-up einen Umsatz 130 Millionen Dollar erwirtschaftet. Im Jahr davor seien es 45 Millionen Dollar gewesen. Trotz des Umsatzwachstums habe Discord 2020 rote Zahlen geschrieben.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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