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Microsoft legt Beschwerde gegen Vergabe des NSA-Cloud-Auftrags an Amazon ein

Microsoft wehrt sich gegen die Vergabe eines Cloud-Auftrags des US-Auslandsgeheimdiensts National Security Agency (NSA) an die Amazon-Tochter Amazon Web Services (AWS). Der Vertrag hat einen Wert von rund 10 Milliarden Dollar, wie Nextgov berichtet.

Demnach erteilte die NSA den Auftrag “im Geheimen” bereits im Frühsommer an AWS. Am 21. Juli habe Microsoft dann beim Government Accountability Office einen offiziellen Bieterprotest eingelegt. Von der Vergabe an AWS habe Microsoft erst Anfang Juli erfahren, heißt es weiter in dem Bericht. Das als “WildandStormy” bezeichnete Cloud-Projekt soll der NSA helfen, ihre Infrastruktur zur Verarbeitung geheimer Daten, die sogenannte Intelligence Community Cloud, zu modernisieren.

Die NSA speichert ihre Daten, einschließlich nachrichtendienstlicher Informationen aus verschiedenen Quellen auf der ganzen Welt, in ihrem intern betriebenen Data Lake, auf dem ihre eigenen Agenten und die anderer Geheimdienste Abfragen und Analysen durchführen können, erklärte Nextgov. Das Ziel der NSA sei es, im Rahmen ihrer so genannten Hybrid Compute Initiative, ihre Geheimdienstdaten von ihren eigenen Servern auf die eines kommerziellen Cloud-Anbieters zu verlagern.

In den vergangenen Jahren stritten Amazon und Microsoft bereits über den als JEDI bezeichneten Cloud-Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. Dieser ging an Microsoft, wogegen sich Amazon wehrte. Der Kontrakt soll unter anderem an Microsoft gegangen sein, weil Amazon-Chef Jeff Bezos als Gegner des damaligen US-Präsidenten Donald Trump gilt.

Der Streit führte zu einer deutlichen Verzögerung der Ausführung des Auftrags. Als Folge zog das Pentagon Anfang Juli den umstrittenen Cloud-Auftrag zurück. Er soll nun an die inzwischen geänderten Anforderungen angepasst und dann neu ausgeschrieben werden.

Unklar ist, ob Microsofts Beschwerde gegen die Vergabe des NSA-Cloud-Auftrags eine Vergeltungsmaßnahme ist. Das Government Accountability Office wird laut Nexgov bis zum 29. Oktober über den Protest von Microsoft entscheiden.

Lesen Sie auch : Warnungen vor US-Clouds
Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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