Rechenzentren in Deutschland benötigen im Jahr etwa 16 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das ist mehr als der jährliche Stromverbrauch von Berlin. Experten schätzen, dass die Zahl der Rechenzentren bis 2025 um mehr als 20 Prozent zunehmen wird und deren Stromverbrauch bis 2030 jährlich zwischen 3,5 und 5 Prozent wachsen wird. Nachhaltigkeit ist daher für die aktuell über 50.000 Rechenzentren hierzulande eine zentrale Herausforderung, zumal sie nach den Plänen der Bundesregierung bis 2027 klimaneutral sein müssen.
TÜV Rheinland hat mit „Sustainable Data Center“ das erste umfassende Zertifikat erarbeitet, das den nachhaltigen und klimaneutralen Betrieb von Rechenzentren zertifiziert. Die auf eine nachhaltige Optimierung ausgerichtete Zertifizierung hilft der Digital-Branche, ihren eigenen hohen Ansprüchen sowie den Anforderungen der Politik an Klimaneutralität gerecht zu werden.
Die Nachhaltigkeitszertifizierung „Sustainable Data Center“ ist für Rechenzentren ein unabhängiger Nachweis, dass die gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Energieeffizienz, Ressourcenschonung und CO2-Emissionsausstoß erfüllt werden. Die Experten von TÜV Rheinland prüfen bei ihren Audits Aspekte, die für den Betrieb relevant sind. So werden unter anderem der Standort betrachtet, die Hardware-Effektivität, die Energieeffizienz einzelner IT- Komponenten, die Elektro- und Klimatechnik des Rechenzentrums, die Nutzung von Abwärme und Wasser oder das CO2-Management. Zum Abschluss des Audits erhält der Betreiber das Zertifikat „Sustainable Data Center“. „Das Zertifikat enthält auch eine detaillierte Auswertung, mit der die Nachhaltigkeitsstrategie permanent optimiert werden kann“, erklärt Olaf Seiche, Leiter Zertifizierungen bei TÜV Rheinland. Die kontinuierliche Verbesserung und Überprüfung des nachhaltigen Betriebs kann darüber hinaus durch regelmäßige Audits unterstützt werden.
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